VEVOR Pistolentresor T20-5 im Test: Schnell offen, wenn es zählt
Rubrik: Ausrüstung im Test · Stand der Produktdaten: November 2026
Es gibt Fragen, die du dir lieber nie stellen musst. Zum Beispiel: Wie schnell bin ich nachts an meiner Waffe? Und wer ausser mir kommt sonst noch dran? Genau für diese zwei Fragen haben wir uns den VEVOR T20-5 gekauft. Ein kleiner Pistolentresor mit Fingerabdruck, Code und Schlüssel. Für rund CHF 71. Hier unser ehrlicher Test.
Kurzfazit: Als Schnellzugriff im Wohnbereich und als Schutz vor Kindern und neugierigen Gästen überzeugt er uns. Ein Einbruchtresor ist er nicht. Er gibt auch nicht vor, einer zu sein.
Unsere Note: 8 von 10
Warum überhaupt ein zweiter Tresor?
Unsere Waffen lagern im Waffenzimmer. Dort sind sie gut aufgehoben. Nur: Im Ernstfall rennst du nicht zuerst durchs ganze Haus, stolperst über die Katze und suchst im Dunkeln den richtigen Schlüssel. Hoffentlich tritt dieser Ernstfall nie ein. Trotzdem gehört er zur ehrlichen Vorbereitung.
Wir suchten deshalb einen Tresor für eine Pistole, nahe am Schlafzimmer. Schnell offen für uns. Zu für alle anderen. Sicherheit steht dabei über Bequemlichkeit. Immer.
Montage: Yoga für die Finger
Wir haben den Tresor an ein Holzregal geschraubt. Er kommt mit einer vorgebohrten Montageplatte und lässt sich links, rechts oder oben befestigen. Im Holz greifen die Schrauben gut.
Die Feststellschrauben drehst du von innen ein. Und innen ist es eng. Sehr eng. Der Schraubenzieher findet kaum Platz, die Hand noch weniger. Rechne mit etwas Geduld und ein paar Worten, die nicht in diesen Artikel gehören.
Für Mauerwerk nimmst du übrigens stärkere Dübel und Schrauben. Ein Tresor, den jemand unter den Arm klemmt und mitnimmt, schützt nichts.

Der Fingerabdruck: das Herzstück
Für uns die wichtigste Funktion. Und hier liefert der kleine Kasten. Bei uns öffnet er sehr zuverlässig, innert circa zwei Sekunden.
Der Tresor speichert bis zu 30 Fingerabdrücke. Genau das war für uns ein Kaufgrund. Denn es bringt zwei Vorteile:
- Ersatzfinger. Ist dein Lieblingsfinger verletzt oder verbunden, nimmst du einen anderen. Verletzungen kündigen sich selten an.
- Mehrere Personen. Jede berechtigte Person erhält Zugang mit dem eigenen Finger. Kein Code, den jemand am Küchentisch ausplaudert.
Unser wichtigster Tipp: Leg den Finger beim Einlesen nicht immer exakt gleich auf den Sensor. Verschieb ihn leicht, kipp ihn etwas, mal mehr Fingerspitze, mal mehr Mitte. So lernt der Tresor deinen Finger von allen Seiten kennen. Im Ernstfall legst du den Finger nämlich nicht so sauber auf wie am ruhigen Sonntagnachmittag beim Einrichten.
Code, Licht und Lautlos-Modus
Neben dem Fingerabdruck öffnet ein fünfstelliger Code. Öffnest du die Schublade, gleitet sie auf einer Schiene heraus, und ein blaues Licht beleuchtet den Innenraum automatisch. Nachts tastest du also nicht im Dunkeln herum.
Der Lautlos-Modus hat Vor- und Nachteile. Vorteil: Niemand im Haus erwacht, wenn du den Tresor öffnest. Auch nicht der Einbrecher, falls er gerade im Flur steht. Nachteil: Tippst du in der Hektik den Code ein, fehlt dir jede Rückmeldung. Hat er die Taste erkannt? Oder drückst du gerade ins Leere? Kein Piepsen, keine Antwort, nur du und dein Puls. Wer den Code nutzt, übt das deshalb vorher. Im Ruhezustand, nicht im Ernstfall.
Strom und Notschlüssel
Der Tresor läuft mit vier handelsüblichen AA-Batterien. Nichts Exotisches, die hast du ohnehin in der Notvorratskiste. Oder?
Öffnet er einmal nicht, bleiben die zwei Notschlüssel. Hoffentlich brauchst du sie nie im Ernstfall. Deshalb gilt: Batterien regelmässig wechseln, nicht erst, wenn er streikt. Und den Schlüssel bewahrst du erreichbar auf, aber nicht neben dem Tresor. Sonst ist der beste Fingerabdruckleser bloss Dekoration.
Wie sicher ist er wirklich?
Hier sind wir streng. Denn ein Tresor, der Sicherheit nur vorgaukelt, ist schlimmer als keiner.
Das Gehäuse besteht aus 3 Millimeter kaltgewalztem Stahl. Solide für diese Preisklasse. VEVOR nennt als Material zusätzlich ABS-Kunststoff, vermutlich für Front und Bedienteile. Gibst du dreimal den falschen Code ein, schlägt der Tresor Alarm. Trotzdem: Das ist kein Panzerschrank.
Einen Einbruchversuch haben wir nicht gemacht, und ehrlich gesagt hängen wir an unserem Regal. Unser Eindruck nach dem Anfassen: Ohne Werkzeug und ohne Zeit kommt niemand so einfach hinein. Mit beidem sieht es anders aus.
Deshalb setzen wir auf zwei Ebenen. Der Tresor schützt vor dem schnellen Griff. Das Versteck schützt vor dem Finden. Bei uns ist er gut versteckt und trotzdem schnell erreichbar.
Was uns fehlt: Auf der Produktseite fanden wir keine Sicherheitsnorm, etwa nach EN 1143-1. Für die Langzeitlagerung bleibt das Waffenzimmer erste Wahl.
Die rechtliche Seite in der Schweiz
Das Waffengesetz verlangt, dass du Waffen und Munition sorgfältig aufbewahrst und vor dem Zugriff Unberechtigter schützt (Artikel 26 Waffengesetz). Eine bestimmte Tresorklasse schreibt es Privatpersonen nach unserem Wissen nicht vor. Entscheidend ist, dass Unbefugte nicht herankommen. Bei Unsicherheit fragst du beim kantonalen Waffenbüro nach.
Das Wichtigste steht nicht im Datenblatt
Ein Tresor schützt die Waffe. Er ersetzt kein Können.
Bei uns hat nur Zugang, wer an der Waffe ausgebildet ist. Jede Waffe gilt als geladen, bis du dich selbst vom Zustand überzeugt hast. Der Finger bleibt ausserhalb des Abzugsbügels, bis das Ziel feststeht. Und wir gehen regelmässig ins Training.
Ohne dieses Wissen ist eine Waffe für die eigene Familie oft gefährlicher als der Einbrecher, der hoffentlich nie den Weg zu uns findet. Bevor du also einen Fingerabdruck einliest, frag dich: Würde diese Person im Stress, um drei Uhr nachts, mit Herzklopfen, richtig handeln?
Für wen lohnt sich der T20-5?
Ja, wenn du …
- eine Pistole schnell und kontrolliert im Wohnbereich erreichen willst
- Kinder oder Gäste im Haus hast
- mehreren ausgebildeten Personen Zugang geben willst
- ein kleines Budget hast
Eher nein, wenn du …
- einen Einbruchschutz suchst
- mehrere Waffen lagern willst
- eine grosse Pistole führst (laut VEVOR höchstens 230 x 140 Millimeter). Miss deine Waffe vor dem Kauf, mit Lampe, falls montiert.
Unser Fazit
Der VEVOR T20-5 macht genau eine Sache und die macht er gut: Er gibt dir in Sekunden Zugriff und hält alle anderen fern. Der Fingerabdruck arbeitet zuverlässig, die Montage kostet Nerven, der Lautlos-Modus fordert Übung. Für den Preis hätten wir weniger erwartet.
Unsere Note: 8 von 10. Die zwei fehlenden Punkte? Er bleibt ein Schnellzugriffstresor, kein richtiger Tresor.
Kaufen wir ihn wieder? Ja. Denn die ehrliche Alternative heisst bei vielen nicht Panzerschrank. Sie heisst Nachttischschublade. Und gegen die gewinnt dieser kleine Kasten jeden Vergleich.
Be prepared.
Technische Daten auf einen Blick
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Modell | VEVOR T20-5 |
| Preis | CHF 70.99 plus CHF 9.36 Versand (VEVOR, Variante «Seitliches Schieben», Stand November 2026, Wochenend-Sale) |
| Weitere Varianten | Öffnung von oben, seitliches Klappen |
| Masse | 23 x 7 x 32 Zentimeter |
| Material | kaltgewalzter Stahl Q235, 3 Millimeter, plus ABS |
| Zugang | Fingerabdruck, fünfstelliger Code, 2 Notschlüssel |
| Fingerabdrücke | bis zu 30 |
| Strom | 4 AA-Batterien |
| Innen | Schaumstoff, automatisches Licht, Gleitschiene |
| Extras | Lautlos-Modus, Alarm nach drei falschen Codes |
| Montage | vorgebohrte Montageplatte, links, rechts oder oben |
| Kapazität | 1 Pistole plus 1 Magazin, Waffe bis 230 x 140 Millimeter |
| Kundenbewertung | 4,3 von 5 bei 147 Bewertungen (VEVOR, Stand November 2026) |
| Unsere Note | 8 von 10 |
Preise und Verfügbarkeit ändern sich. Prüfe die aktuellen Angaben direkt beim Händler.
Transparenz: Wir haben diesen Tresor selbst gekauft und bezahlt. VEVOR hat uns nichts geschenkt und keinen Einfluss auf diesen Test genommen.
