Be prepared · Ratgeber Nahrung

Notvorrat: Wie viel brauchst du wirklich?

Für einen Tag, eine Woche oder einen Monat. Mit Rechner für deinen Haushalt.

Recherche für die Schweiz · Stand: November 2026

Die offizielle Empfehlung des Bundes: Lebensmittel für rund eine Woche und 9 Liter Trinkwasser pro Person. Achtung: Diese 9 Liter reichen nur für drei Tage, nicht für die ganze Woche.

Für einen grossflächigen Stromausfall oder eine längere Versorgungskrise reicht eine Woche oft nicht. 14 bis 30 Tage sind dann eine sinnvolle erweiterte Planung. Wichtig: Die 7 Tage sind die Empfehlung der Behörden. Die 14 und 30 Tage sind unsere Empfehlung.

1. Was braucht ein Erwachsener?

1 Tag2’200Kilokalorien3 lTrink- und Kochwasser
7 Tage15’400Kilokalorien21 lTrink- und Kochwasser
30 Tage66’000Kilokalorien90 lTrink- und Kochwasser

Die 2’200 Kilokalorien nennt der Kanton Zürich als Durchschnitt. Je nach Geschlecht, Alter, Gewicht und Bewegung brauchst du mehr oder weniger. Die Wassermengen für 7 und 30 Tage sind hochgerechnet aus der Empfehlung des Bundes von 3 Litern pro Tag. Wasser für Hygiene, Toilette und Reinigung kommt dazu.

2. Rechner für deinen Haushalt

Wähle die Anzahl Erwachsene und die Dauer. Die Liste passt sich sofort an.

Erwachsene im Haushalt
2
Vorratsdauer
42 lTrink- und Kochwasser
30’800Kilokalorien
LebensmittelMenge für deinen Haushalt

Planungswerte für Erwachsene. Wasser für Hygiene, Toilette und Reinigung ist nicht enthalten. Kinder, ältere Menschen und Haustiere brauchen eigene Mengen.

3. Lebensmittelliste pro Person

Diese Liste ist unsere alltagstaugliche Planung. Sie folgt den Lebensmittelgruppen, die der Bund empfiehlt. Die einzelnen Mengen sind keine offiziellen Vorgaben.

Lebensmittel1 Tag7 Tage30 Tage
Reis, Teigwaren, Couscous (trocken)120 g840 g3,6 kg
Haferflocken, Müesli80 g560 g2,4 kg
Knäckebrot, Zwieback60 g420 g1,8 kg
Fleisch, Fisch oder Hülsenfrüchte (Konserven, Abtropfgewicht)250 g1,75 kg7,5 kg
Gemüsekonserven (Abtropfgewicht)300 g2,1 kg9 kg
Früchtekonserven oder Dörrfrüchte100 g700 g3 kg
Nüsse, Kerne50 g350 g1,5 kg
Öl oder Fett35 ml245 ml1,05 l
Haltbare Milch250 ml1,75 l7,5 l
Schokolade, Konfitüre oder andere Extras30 g210 g900 g

Je nach Produkten ergibt das rund 2’200 bis 2’600 Kilokalorien pro Tag. Den grössten Unterschied machen die Konserven: Bohnen, Thon oder Fleisch liefern sehr unterschiedlich viel Energie. Prüfe die Werte auf der Verpackung. Dazu kommen Salz, Gewürze, Bouillon, Tee, Kaffee und Lebensmittel für besondere Ernährungsbedürfnisse.

Denk an den Herd, der nicht geht. Reis und Teigwaren brauchen Wasser, Hitze und Brennstoff. Ein Teil deines Vorrats muss deshalb direkt essbar sein: Konserven, Knäckebrot, Nüsse, Fertiggerichte.

4. Was ausser Nahrung und Wasser dazugehört

Ein Vorrat an Lebensmitteln allein trägt dich nicht durch einen längeren Ausfall. Diese Dinge empfehlen der Bund und die Kantone zusätzlich:

BereichWas du bereithältst
MedikamentePersönliche Medikamente, Reserve nach Absprache mit deiner Ärztin oder deinem Arzt
Erste HilfeVerbandsmaterial, Wunddesinfektion, Fieberthermometer, Schmerzmittel
HygieneWC-Papier, Seife, Zahnpflege, Desinfektionsmittel, Hygienemasken, Abfallsäcke
KochenGaskocher oder Rechaud, genug Brennstoff, Dosenöffner
Licht und FeuerTaschenlampe (auch mit Kurbel), Ersatzbatterien, Kerzen, Streichhölzer oder Feuerzeug
InformationRadio mit Batterie oder Kurbel und UKW-Empfang
StromPowerbank, bei Bedarf eine Powerstation
WärmeDecken, warme Kleidung, Schlafsäcke
BargeldKleine Noten und Münzen
DokumenteAusweise, wichtige Unterlagen, Liste mit Notfallkontakten
HaustiereFutter und Wasser für ebenfalls rund sieben Tage

Lebensgefahr durch Kohlenmonoxid: Gas- und Campingkocher, Holzkohlegrill, Benzin- oder Dieselgeneratoren gehören nie in geschlossene Wohnräume. Betreibe sie nur an dafür geeigneten, gut belüfteten Orten.

5. Wie lange soll dein Vorrat reichen?

7 TageOffizielle EmpfehlungGrundschutzFür Unwetter, lokale Stromausfälle und kurze Lieferprobleme.
14 TageUnsere EmpfehlungErweitertMehr Luft, wenn sich die Versorgung langsamer erholt.
30 TageKrisenreserveEigenversorgungFür grossflächigen Stromausfall oder unterbrochene Lieferketten. Hier zählen auch Hygiene, Brennstoff und Wasseraufbereitung.

6. So baust du den Vorrat auf

Fang klein an. Sichere zuerst Wasser und Lebensmittel für sieben Tage. Erweitere danach auf 14 und später auf 30 Tage. Lagere nur, was du sonst auch isst, und verbrauche das Älteste zuerst. So bleibt dein Vorrat frisch und nichts landet im Abfall.

Ab 30 Tagen wird Wasser zur Platzfrage: 90 Liter pro Person füllen ein ganzes Kellerregal. Plane deshalb auch eine Lösung zur Wasseraufbereitung ein. Mehr dazu im Ratgeber Wasser.

Bei chronischen Erkrankungen oder besonderer Ernährung reicht eine pauschale Kalorienzahl nicht. Passe die Liste dann mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder einer Ernährungsberatung an.

7. Offizielle Schweizer Quellen